Der Wandel der Institution Bank und die Chancen für Fintechs in der Schweiz

Der Originalbericht zum Thema «Banken sind zu Bausparkassen verkommen» stammt von Jürg Müller und wurde am 09. Oktober 2017 in der NZZ veröffentlicht. Lesen Sie folgend eine Zusammenfassung sowie eine Ergänzung, der sich daraus ergebenden Chancen für Fintechs, aufgrund der Entwicklung der KMU-Kreditvergabe.

Die Volumensschere zwischen Bankkrediten und Hypotheken

Die Selbstverständlichkeit, dass alle Unternehmen bei Banken Fremdfinanzierung z.B. für neue Anlagen und Maschinen beantragen können, ist dieser Tage eben keine solche mehr. Laut einer Statistik der Schweizerischen Nationalbank von 20171 hat der klassische Firmenkredit für Banken enorm an Bedeutung verloren. Vor allem in der Schweiz zeigt sich diese Entwicklung besonders. Lag das Verhältnis zwischen dem Hypothekarvolumen und dem Volumen von Bankkrediten in den 60er Jahren noch bei rund 50%, nehmen Hypothekarkredite mittlerweile weit über 80% des Volumens von Banken ein. Diese Entwicklung ist auch in vielen anderen Ländern zu sehen. In der Schweiz ist sie am deutlichsten. Doch nicht nur die Volumenschere zwischen Bankkrediten und Hypotheken ist stark auseinandergegangen, sondern auch das Verhältnis von Bankkrediten zur Wirtschaftsleistung hat sich verändert. Vor etwa 30 Jahren machten Bankkredite etwa 40% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. 2017 sind es nur noch rund 25%.

Gibt es gar keine Kreditklemme?

Dies mag verschiedenste Gründe haben, doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass Banken einen Wandel zu Bausparkassen durchlebten. Unter diesem Wandel leiden vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Fragt man jedoch Banken oder den Schweizerischen Gewerbeverband ist keine Rede von einer Kreditklemme für KMU. Eher im Gegenteil, „rein quantitativ sehen wir keine Kreditverknappung für KMU“, sagt Henrique Schneider, stellvertretender Direktor beim Schweizerischen Gewerbeverband. Immer mehr Kredite für Unternehmen sind an eine Liegenschaft geknüpft, doch auch ohne eine Immobilie als Sicherheit, hätten KMU die Möglichkeit einen Kredit zu beantragen. Weiterhin streicht Herr Schneider heraus, „neben dem Rückgriff auf Familienangehörige gibt es eine aktive Szene an Unternehmern, die sich untereinander Geld leihen“. In die gleiche Richtung geht auch die Aussage von Oliver Müller, von Swissmechanic, dem Arbeitgeberverband der KMU in der Maschinen,- Elektro- und Metallbranche. Er ergänzt damit, dass es für Finanzierungssuchende KMU schwieriger geworden ist, an Geld zu gelangen. Grund dafür sind die strengeren Regulierungen der Bank. Viele Banken setzen eine rentable und sichere Entwicklung der Unternehmen voraus. Von zu hohen Regulierungen für KMU entfernt sich jedoch Daniel von Arx, Leiter Kommunikation bei der Luzerner Kantonalbank. Er sieht den Rückgang des Kreditbedarfs mit den Ereignissen von 2008. Seitdem werden nur noch zögerlich neue Investitionen von Unternehmen getätigt und daher ist auch der Kreditbedarf entsprechend geringer. Die gewonnene Liquidität, so von Arx, nutzen Unternehmen, um teure Kredite zurückzuzahlen.

Die Zukunft der Banken

Die bisherige Entwicklung des Hypothekarvolumens von Banken wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Laut den Zahlen der Schweizerischen Nationalbank nimmt das Hypothekarvolumen 2016 bereit 140% des BIP ein. Neben den Banken sehen jedoch auch viele Versicherungen Immobilienkredite als neue Ertragschance. Dies wiederrum macht den Banken zu schaffen. Ihre Entwicklung zur Bausparkasse ist aktuell daher schon wieder gefährdet. Um für Kunden attraktiv zu bleiben, bieten Banken mittlerweile verbriefte Hypothekarkredite an oder vermitteln diese direkt den neuen Nachfragern. Statt mit der Zinsdifferenz, nutzen Banken die Gebühren, um bei diesen tiefen Zinsen noch etwas zu verdienen.

Die Chancen für Fintech in der Schweiz

KMU fühlen sich von vielen Banken nicht mehr verstanden. Die Nachfrage nach alternativen Finanzierungslösungen für Firmenkredite ist vor allem in den letzten Jahren extrem angestiegen. Fintech-Unternehmen schliessen die Lücke und bieten für Private aber vor allem für KMU eine wahre Alternative. Dank modernster Technologie, kurzen Entscheidungswegen und erhöhter Flexibilität können KMU ihre benötigte Liquidität über Kredite von ebensolchen jungen Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen bereits zu niedrigen Zinsen beschaffen.

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1Link zum Originalbericht mit entsprechenden Daten und Infografik der NZZ: https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-schweizer-banken-sind-zu-bausparkassen-verkommen-ld.1320792

Quelle: Neue Züricher Zeitung, 09.10.17 „Banken sind zu Bausparkassen verkommen“

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